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ALPHAPAINTING – Straszewski und Schoderer

28 FEB – 09 MAI 2019

 

Vernissage: Mittwoch, 27.02.2019 um 20 Uhr

 

Eine alte chinesische Weisheit besagt: „Das Tao, dass man benennen kann, ist nicht das Tao.“ Deshalb kann der Versuch die Empfindungen, die Malerei auslöst auch keinesfalls durch Formulierungen erklärt werden. Man kann sich ihnen aber nähern.

 

Das tun Sarah Schoderer und Christine Straszewski im Dialog miteinander und brechen damit der Malerei eine Lanze. Es verbindet sie eine besondere Affinität, die ein Baselitz über seine Ausdruckskraft sendet und die von beiden Künstlerinnen wahrgenommen wird, deren feine Antennen ein Gespür für seine Besonderheit haben. Er hat "den Strich", wie einst der verstorbene Frankfurter Künstler Uwe Gross Christine Straszewski gegenüber auf einer Vernissage bemerkte.

 

Sarah Schoderer nennt seine Farben „wurstig“, was Christine Straszewski an einen „Hanswurst“ erinnert. Und tatsächlich: seine teils ironischen, frechen, irgendwie auch kindlichen Motive sind für beide das Sinnbild einer freien Künstlerpersönlichkeit.

 

Diese Freiheit, die er sich schon in den 60er Jahren genommen hat, bedenkt man, dass er aus der ehem. DDR stammt, steht exemplarisch für eine wunderbare Gegenposition zu einem „Verwaltungsmenschen", vor dem auch schon Adorno gewarnt hatte.

 

Baselitz hat Strahlkraft und gehört zu einer Generation von Künstlern, die - auch ganz exemplarisch in Deutschland - sehr von starken männlichen Malern geprägt war. Dazu gehören so unterschiedliche Künstler wie Gerhard Richter, Sigmar Polke, Martin Kippenberger, Werner Büttner bzw. wie das 20. Jahrhundert auch prägende Künstler Frank Auerbach oder Lucian Freud der London School. Jeder dieser Maler hat auf seine Weise Kunstgeschichte geschrieben.

 

In den letzten 10/15 Jahren hat dieses Selbstverständnis des männlichen Malerfürsten eine Wandlung erfahren. Frauen, die sich in den Medien Performance oder Bildhauerei ausgedrückt haben, waren schon seit einigen Jahrzehnten relativ präsent und anerkannt. Dass nun aber Malerei ganz speziell von Frauen als DAS Medium eingesetzt wird, mit dem sie sich am stärksten auseinandersetzen, Bekanntheit und Würdigung erfährt und erreicht, ist neu. Ja, es zeichnet sich jetzt erst so langsam ab, dass Malerei als das vielleicht am stärksten vom Selbst geprägte Medium überhaupt, endlich auch von Frauen als solches ins Zentrum gerückt wird.

 

Gerade vor dem Hintergrund der Digitalisierung ist es wenig erstaunlich, dass die Malerei eine wahre Renaissance erlebt, und zwar in einem nie gekannten Selbstbewusstsein. Dient sie doch als Bindeglied zwischen der materiellen und der abstrakten/digitalen Welt. Mit ihrer Lebendigkeit und Haptik verführt sie und hebt das „Echte“ in den Focus, wo Pixelschieberei „flat“ wirkt.

 

Schoderer und Straszewski arbeiten beide sehr anders und auch untereinander sehr unterschiedlich, jedoch teilen sie die Einschätzung zu dem Werk von Georg Baselitz. Schoderer hat für eine Serie, bei der sie für sie wichtige kunsthistorische Gemälde nachgemalt hat, das berühmte Bild „die große Nacht im Eimer“ von Baselitz neu gemalt. Straszewski arbeitet sich in ihrer neuen Installation PART OF THE GAME an altbekannten Sujets ab wie z. B. Hase, Januskopf, Drache, Affe usw. und interpretiert sie hintersinnig auf ihre Art und Weise.

 

Schoderer arbeitet mit feinem Kalkül, Straszewski dagegen bedient sich der Malerei und ihrer Gestik als Strategie. Gemeinsamkeit der beiden Amazonen ist allerdings ihre Grenzwanderung bzw. -überschreitung in Richtung Konzeptualität, Bildhauerei oder Medienkunst. Ihnen ist jede Gattung, ja Werkzeug zur Machtergreifung recht zum Transport eines nicht mit Worten zu erklärenden Inhalts.

 

Das Einnehmen ihres Platzes in der Malerei ist Ausdruck ihres Lebens- und Freiheitsgefühls als Frauen und Künstlerinnen einer neuen Generation.

 

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CHRISTINE STRASZEWSKI

Konzeptkünstlerin, zeigt in ihren Installationen Aspekte der Malerei und Skulptur. Sie untersucht künstlerische Strategien und Bezugssysteme. Aus einer archaischen als auch zeitgenössischen Haltung heraus spielt sie mit Erhabenem, Profanem, Absurdem und reizt zum Polarisieren.

 

SARAH SCHODERER

Malerin, Bildhauerin, film-affin, interessiert sich kalkuliert für die Erweiterung von Räumlichkeit - sei es, dass sie aus bemalten Leinwänden Skulpturen, bis hin zu Stühlen baut und diese dann wieder als Motive in ihre Malereien setzt oder dass sie Filme macht, die mit Grenzen von Musik, Rythmus und Bildsprache spielen.

 

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Im Anschluss wandert das Ausstellungsprojekt nach Maastricht und wird dort am Sa, 18. Mai in der Partnergalerie Pontarte mit weiteren Künstlern eröffnet.

 

 

KONTAKT

Direkt: Leander Rubrecht, cell ++49 176 816 650 31, lr@rubrecht-contemporary.com

Tel ++49 611 205 211 5, Büdingenstrasse 4-6, 65183 Wiesbaden, Deutschland

 

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