Strandgut 10märz2023, Leo Leonhard in Wiesbaden und Karlsruhe
Ausschnitt von "Laubenpieper", Leo Leonhard 1985

Leo Leonhard in Wiesbaden und Karlsruhe

– Die Wiederentdeckung eines Meisters!

10. März 2023, von Marc Peschke

 

Derzeit werden wir Zeugen der Wiederentdeckung eines großen Künstlers. Mit dem Nachlass von Leo Leonhard, der nun von seinem Sohn – dem international bekannten Londoner Geigenrestaurator und Geigenbauer Florian Leonhard – der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, tritt das Werk eines lange Vergessenen ans Licht der Öffentlichkeit. Ein phantastisches Werk aus Zeichnung, Grafik und zum Teil sehr großformatiger Malerei, das jahrelang in einem Atelier bei Darmstadt in einer Art Dornröschenschlaf auf seine Wiederentdeckung wartete.

 

Jetzt tritt der 1939 in Leipzig geborene Leo Leonhard auf die Bühne der Kunst. Aufgewachsen in Ostdeutschland, flüchtete die Familie 1952. 1961 bis 1964 studierte er an der Kunstakademie in Düsseldorf. Hier wurde Otto Coester sein Lehrer, der Kontakt zu Alfred Kubin pflegte und bei Gerhard Marcks studiert hatte. Über ihn war Leonhard mit der Vorkriegsavantgarde verbunden. Leonhard war Mitglied der Darmstädter Sezession, die 1919 unter anderem von Max Beckmann und Ludwig Meidner gegründet wurde.

 

Ein Künstler, der Kunst über Kunst machte: ein Kenner der Kunstgeschichte, der beispielsweise Hommagen etwa an Joseph Beuys anfertigte. Aber auch Hieronymus Boschs Triptychon »Garten der Lüste«, Giotto oder die italienische Kunst der Renaissance und der Barockzeit inspirierten Leonhard zu solchen Hommagen – etwa an Piero della Francesca (»Roll over Piero«) oder Caravaggio, dessen »Berufung des Hl. Matthäus« er mit einem seiner »Pflastermaler« huldigte.

 

Leonhard hat intensiv darüber reflektiert, wie man eine innere Verbindung zu den Vorbildern der Kunstgeschichte aufbauen kann. Angestrebt war ein „Dialog mit verehrten alten Meistern“. Leonhard machte sich in seinem Werk tiefgehende Gedanken: über die Rolle des Kunstwerks, über die Rolle des Rezipienten, über die Rolle des Künstlers.

 

Es gilt nun, Leo Leonhard neu zu entdecken! Seine Zeichnungen und Radierungen, aber auch seine Ölmalerei. Das kunsthistorische Zitat – exemplarisch im Motiv des Künstlers als Pflastermaler, der Kunst übermalt – variiert er immer wieder. Die Kunstgeschichte war für ihn eine Goldgrube, aus der er sich immer wieder bedient hat: Er wollte unsere Zeit durch die Augen der damaligen Meister und deren Wissen sehen.

 

Die Protestbewegungen, Umweltzerstörung, Konsumismus – das sind wichtige Themenfelder seiner Radierkunst – und es sind auch die Themen unserer Zeit! Leonhard war ein Künstler, dem es mit einer eigener Handschrift, mit ungewohnten Bildideen gelang, sich in die Geschichte der Kunst einzureihen – mit kritischem Auge auf aktuelle politische und soziale Entwicklungen.

 

Gemeinsam mit der Wiesbadener Galerie Rubrecht Contemporary und der internationalen Plattform Rubrecht Severens Fine Arts (Wiesbaden, Maastricht) wird seit 2022 der Nachlass des 2011 bei Darmstadt verstorbenen Künstlers aufgearbeitet. Nun sind Leo Leonhards Arbeiten wieder bei Ausstellungen in Galerien und Museen – und auch bei Kunstmessen zu sehen. Man darf sich auf eine großartige Wiederentdeckung freuen!

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