KUNST:UEBERIRDISCH – MAX WEINBERG und JORDAN K. ARTMASTER
14.02.–05.04.2014
Überirdisch.
Ja, so ließe sich das Schaffen Max Weinbergs am vortrefflichsten bezeichnen. Doch dieser Titel widmet sich heute nicht nur seinem Werk. Mir ist persönlich selten ein Kunstschaffender begegnet, der so vehement und seit jungen Jahren seinem Gusto folgt und diesen verteidigt wie Weinberg. Überirdisch strotzen seine bildgewaltigen Gemälde, Lithografien und Mischtechniken – so, als müsste jedermann diese ebenso kindliche wie bissige Bildsprache selbstverständlich lieben. Zeit, Zufall und Erfahrung: Darum geht es Max Weinberg.
1999 lernte ich Weinbergs Werk in seinem Atelier kennen – und beim Klang von Beethovens Sonaten und Quartetten aus seinem ehrenwerten Ghettoblaster lieben. So realisierte ich mit ihm damals die erste Ausstellung in meinen Frankfurter Galerieräumen.
Heute, zu seinem 86. Geburtstag – und auch sein Werk ist sichtlich kein Jahr gealtert – freue ich mich besonders, diese Art Retrospektive im Kunstraum KAISER&CREAM präsentieren zu dürfen, selbstverständlich ergänzt um brandaktuelle Arbeiten.
Denn es hat sich seither etwas getan. Ein junger Künstler trat in Weinbergs Leben. Seine Handschrift: kindlich, bissig, mehr angelehnt an die Streetart als an die klassische Malerei. Es ist ein wunderbarer Anblick, wie Karsten und Max sich blind in ihrem Tun verstehen. Zugegeben, manchmal merkt man natürlich die dazwischen liegenden Generationen. Aber ich bin mir sicher: Diese Würze vermag das Überirdische eher zu dimensionieren, als es zurück in das Irdische zu führen.
Leander Rubrecht, Kurator KAISER&CREAM, 2014
