479 QM KUNST
29.11.–22.12.2002
UWE GROSS (Malerei, 2014 verstorben)
URSULA ZEPTER (Collage)
MIROSLAV WIEDERMANN (Objektkunst)
Eröffnung:
Donnerstag, 28.11.2002 um 18:30 Uhr
es spricht:
Jürgen Janßen, Prokurist der IVG Immobilien
Leander Rubrecht, Kurator der Ausstellung
Lena Ludwig B.A., Kunsthistorikerin
Ausstellungsort:
Otto-von-Guericke-Ring 15, 65205 Wiesbaden-Nordenstadt
Projektpartner:
IVG Immobilien AG
Jens Kiefer
Zum Werk der ausgestellten Künstler:innen und des Ausstellungsortes:
(Text von Leander Rubrecht, 2026)
Im Jahr 2002 wurde im Center am Ring eine ungewöhnliche Ausstellung realisiert, die einen bis dahin eher funktional geprägten Gewerbestandort in Wiesbaden-Nordenstadt temporär in einen kulturellen Erfahrungsraum verwandelte. Inmitten von Handels- und Büroflächen traf zeitgenössische Kunst auf Alltagsarchitektur und eröffnete neue Perspektiven auf Wahrnehmung, Nutzung und Atmosphäre des Ortes.
Im Zentrum standen drei künstlerische Positionen mit klar unterscheidbaren Handschriften:
Uwe Gross zeigte Malerei, die sich durch eine kraftvolle, teils gestische Bildsprache
auszeichnete. Seine Arbeiten lebten von dichten Farbschichtungen, Überlagerungen und einer räumlichen Tiefe, die den Betrachter regelrecht in die Bildfläche hineinzog. Zwischen Abstraktion und
Andeutung entstanden Bildräume, die weniger erzählten als vielmehr Stimmungen und innere Bewegungen transportierten.
Ursula Zepter arbeitete mit Collage als Medium der Verdichtung und Verschiebung. Ihre Werke setzten sich aus Fragmenten unterschiedlicher Herkunft zusammen – Bildzitate,
Materialien und Strukturen verbanden sich zu vielschichtigen Kompositionen. Dabei entstanden poetische, oft leicht irritierende Bildwelten, in denen Brüche und Übergänge bewusst sichtbar blieben
und neue Assoziationsräume öffneten.
Miroslav Wiedermann ergänzte die Ausstellung durch objekthafte Arbeiten, die sich direkt in den Raum einschrieben. Seine Werke bewegten sich zwischen Objekt,
Skulptur und Installation und bezogen die vorhandene Architektur aktiv mit ein. Materialien, Formen und Platzierungen erzeugten Spannungen im Raum und machten ihn selbst zum Teil der
künstlerischen Aussage. In seinen Wandobjekten entwickelte er Filz als zentrales Material seiner künstlerischen Praxis und etablierte es als wiederkehrendes Signum seines Werks.
Impressionen zur Ausstellung
(nach weiterem Bildmaterial wird noch recherchiert)
