Die Galerie KunstWerk zeigt vom 16.11.2002 bis zum 25.01.2003 in ihrem Showroom in der Mauritiusgalerie am gleichnamigen Platz in der Wiesbadener Innenstadt Werke von Jens Lorenzen und Ortrud Sturm. Der Titel der Ausstellung KULTur bezieht sich einerseits auf den Markenkult, der in den Bildern Lorenzens thematisiert wird und andererseits auf den archaischen, urtümlichen Ausdruck der Arbeiten der Holzbildhauerin Ortrud Sturm.
Die Pressekonferenz findet am Freitag, 15. November 2002 eine Stunde vor der Vernissage - um 18.30 Uhr - statt.
Zur Eröffnung spricht um 20.00 Uhr der Kunsthistoriker Dr. Rainer Silberbauer.
Startschuss für die Öffentlichkeit ist die im Anschluss der Vernissage ab ca. 22.00 Uhr stattfindende ARTlounge der Galerie KunstWerk. Diese Eröffnungsparty findet erstmals im Park Café Wiesbaden
statt und soll das junge Publikum zwischen 25 und 45 für moderne Kunst begeistern.
Zu den Arbeiten der Künstler
Der in Berlin lebende Jens Lorenzen setzt in seinen Gemälden populäre Trademarks der Welt künstlerisch um. Durch Pop-Art-Künstler wie Andy Warhol, Jasper Johns und Larry Rivers
fanden Produkte und Marken der Massenkultur, wie etwa die berühmte Campbell's Soup" erstmalig Eingang in die Kunst. Jens Lorenzen verarbeitet, dieser Tradition folgend, in seinen Bildserien
Produktlogos von Zigarettenmarken, etc. Der konzeptionelle Ansatz Lorenzens besteht darin, Bekanntes fragmentarisch darzustellen.
Das vertraute Markenzeichen wird durch einen schichtweisen, collageartigen Farbauftrag verändert und demontiert. In Oberflächengestaltung und Farbgebung lässt sich der junge Künstler von italienischen Renaissance-Fresken inspirieren. Das profane, massenhaft reproduzierte Markenetikett erhält durch die malerische Umsetzung einen individuellen und einzigartigen Symbolwert. Bis zum 29. September wurden die spannenden Werke Jens Lorenzens im Deutsch-Russischen Museum Berlin in einer großen Einzelschau präsentiert. Die Galerie KunstWerk plant, diesen Newcomer der deutschen Gegenwartskunst im kommenden Jahr erstmalig auf der internationalen Kunstmesse Art Frankfurt zu präsentieren.
Die archaisch wirkenden Holzskulpturen Ortrud Sturms bilden einen Kontrapunkt zu der von Lorenzen inszenierten Markenwelt. Die Bildhauerin erhielt im September diesen Jahres den
ersten Preis des von der Stadt Mörfelden-Walldorf ausgelobten Projektes ,Skulpturen im Park 2002". Die Werke Sturms strahlen Ruhe und Klassizität aus. Die aus Rödermark stammende Künstlerin lässt
sich in ihrem Schaffensprozess von den Eigenheiten des Holzes und dessen natürlich gewachsener Form leiten. Die Skulpturen erhalten einerseits bereits durch die charakteristische Struktur des
Materials und andererseits durch die groben Bearbeitungsspuren der Kettensäge ihren archaischen Ausdruck. Die teils fragil wirkenden hölzernen Gebilde haben eine einfache, reduzierte Gestalt.
Geometrische Grundformen, wie Würfel, Zylinder und Rechteck werden durch Asymmetrien und Unregelmäßigkeiten aber wiederum aufgebrochen und abstrahiert. Die Funktion des Holzes als traditionell
vom Menschen zum Hausbau verwendeter Werkstoff wird in architektonischen Arbeiten aufgegriffen, die an Häuser, Tempel oder Türme erinnern. Fensterartige Einschnitte und Durchblicke nehmen hier
den Holzblöcken ihre Massivität und verleihen den Skulpturen ein Innenleben.
