RÖMER+RÖMER – AUF ZU NEUEN UFERN

Einladungskarte Titelbild: Römer+Römer, Pet shop in Curepipe, 2023, Oel auf Leinwand, 150 x 200 cm, Galerie Leander Rubrecht, Büdingenstraße 4–6, 65183 Wiesbaden
Einladungskarte Titelbild: Römer+Römer, Pet shop in Curepipe, 2023, Oel auf Leinwand, 150 x 200 cm

Römer+Römer

Auf zu neuen Ufern

14.08. – 7.10.2026 

 

Vernissage am Donnerstag, 13.08. um 18:30 Uhr

Einführung durch ein Künstlergespräch mit Nina und Torsten Römer und dem Galeristen Leander Rubrecht

 

Bilder zwischen Begegnung und Erinnerung

Mit der Ausstellung „Auf zu neuen Ufern“ präsentiert die Galerie Werke, die aus der langjährigen Zusammenarbeit des Künstlerduos Römer+Römer hervorgegangen sind und zugleich den Beginn eines neuen künstlerischen Kapitels von Torsten Römer markieren. Der Ausstellungstitel beschreibt dabei nicht nur das Reisen im geografischen Sinn, sondern steht ebenso für Neugier, Perspektivwechsel und die Offenheit gegenüber neuen Erfahrungen.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten zählen Nina und Torsten Römer zu den profilierten Positionen der zeitgenössischen figurativen Malerei. Von ihrem Atelier in Berlin aus bereisten sie zahlreiche Länder und entwickelten eine unverwechselbare Bildsprache, die nationale wie internationale Anerkennung fand. Ihre Arbeiten stehen exemplarisch für eine zeitgenössische Form der Figuration, die klassische malerische Traditionen mit der Bildwelt des digitalen Zeitalters verbindet. Dabei greifen Römer+Römer nicht nur die Wirklichkeit fotografischer Momentaufnahmen auf, sondern hinterfragen zugleich, wie Bilder heute entstehen, wahrgenommen und erinnert werden. Ihre Werke wurden in Museen, Kunstvereinen und Galerien im In- und Ausland gezeigt und befinden sich heute in bedeutenden privaten und öffentlichen Sammlungen.

Ausgangspunkt ihrer Malerei sind persönliche Erlebnisse und intensive Begegnungen. Ob beim Basler Fasnachtsumzug, auf einem Festival auf dem Gelände eines ehemaligen sowjetischen Flughafens oder in der Weite der Wüste Nevadas – Römer+Römer interessieren sich für jene Momente, in denen Menschen für kurze Zeit Teil einer Gemeinschaft werden. Ihre Gemälde dokumentieren diese Ereignisse jedoch nicht, sondern verdichten sie zu atmosphärischen Bildräumen, in denen individuelle Erinnerung und kollektive Erfahrung miteinander verschmelzen. Die dargestellten Orte werden so zu Sinnbildern menschlicher Begegnung und gemeinschaftlichen Erlebens.

Die Ästhetik der Wahrnehmung

Charakteristisch für das Werk von Römer+Römer ist die unverwechselbare pixelartige Malweise. Fotografien und Skizzen dienen als Ausgangspunkt, werden im Atelier jedoch in ein fein abgestimmtes Geflecht unzähliger Farbpunkte übersetzt. Aus der Nähe lösen sich die Motive in vibrierende Farbpartikel auf; erst mit zunehmender Distanz verdichten sie sich wieder zu Szenen voller Licht, Bewegung und Atmosphäre.

Diese Malweise macht den Akt des Sehens selbst zum Thema. Zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit entsteht ein faszinierendes Wechselspiel, das an die Ästhetik digitaler Bilder erinnert und diese zugleich in das klassische Medium der Malerei überführt. Die Werke fordern dazu auf, den eigenen Standpunkt immer wieder zu verändern und Wahrnehmung als einen aktiven Prozess zu begreifen. In einer Zeit permanenter Bilderflut setzen Römer+Römer der Flüchtigkeit digitaler Medien die Konzentration und Langsamkeit der Malerei entgegen.

Auf zu neuen Ufern

Der Ausstellungstitel erhält zugleich eine persönliche Dimension. Über viele Jahre entwickelte Torsten Römer gemeinsam mit Nina Römer die charakteristische Bildsprache des Künstlerduos. Die intensive Zusammenarbeit war geprägt von einem kontinuierlichen künstlerischen Dialog und machte Römer+Römer zu einer eigenständigen Position innerhalb der deutschen Gegenwartsmalerei.

Mit dieser Ausstellung beginnt für Torsten Römer zugleich ein neuer Abschnitt. Die gemeinsam entwickelte Bildsprache bleibt als Fundament erhalten, wird jedoch in einer eigenständigen künstlerischen Praxis weitergeführt und um neue Perspektiven erweitert. Der Aufbruch geschieht dabei nicht als Bruch mit dem Vergangenen, sondern als konsequente Weiterentwicklung einer über Jahrzehnte gewachsenen künstlerischen Haltung.

„Auf zu neuen Ufern“ steht damit für mehr als das Motiv des Reisens. Die Ausstellung erzählt von Bewegung, Veränderung und der Bereitschaft, sich auf neue Horizonte einzulassen – geografisch ebenso wie künstlerisch. Die gezeigten Werke laden dazu ein, Bekanntes neu zu entdecken und den flüchtigen Moment als etwas Dauerhaftes zu erfahren. Gerade in dieser Verbindung von atmosphärischer Dichte, malerischer Präzision und offener Interpretation liegt die besondere Qualität der Arbeiten von Römer+Römer und ihrer Fortführung im Werk Torsten Römers.

 

Text von Leander Rubrecht, Juli 2026

  RUBRECHTCONTEMPORARY

Galerie Leander Rubrecht

 

Galerieadresse: Büdingenstrasse 4-6, 65183 Wiesbaden, Deutschland

 

Fon: +49 (0)611 1688 5570 (Mobile: +49 (0)176 816 650 31)

 

eMail: [email protected]

 

Öffnungszeiten: Mi–Fr von 14–18 Uhr.

Gerne vereinbaren Sie einen Besichtigungstermin auch zu anderen Wochentagen.

RUBRECHTCONTEMPORARY. Galerie Leander Rubrecht ist Mitglied im Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler e.V. (BVDG)